Corona nervt!

Alles lief wundervoll - ich war in Deutschland auf Tournee und gut bei Stimme, die Konzerte im Thonetschlössl sollten in den Vorverkauf gehen und dann - krach!

Von einem Tag auf den anderen wurden 13 Konzerte abgesagt, die Salonkonzerte, meine Einzelstunden und das Ensemble das ich leite. Es herrschte Schweigen....

Irgendjemand hat gesagt von 110 auf 0 und genauso war es bei mir.

Radikal und härter ging es wohl kaum - für meine Künstlerinnen und freiheitsliebende Seele mehr als schwierig. Ich hatte erst einmal vier Wochen lang keine Energie oder Lust auf kreativ sein, geschweige denn singen. Ich war schlicht und ergreifend traurig.

 

Wie die Politik mit der Kulturbranche umgeht trug auch nicht unbedingt zur Steigerung meiner persönlichen Empfindungen bei - ja, wir als Fair(e)Art haben schon gewusst, dass Wertschätzung der Kultur nicht unbedingt auf der Prioritätenliste Nr. 1 rangiert, aber wie weit hinten zeigt Corona jetzt mehr als deutlich. Wie wenig Verständnis für KünstlerInnen und ihre Lebensweise herrscht. Das KünstlerInnen eben die Kreativität, oft zu ihrem Nachteil, vor die Wirtschaftlichkeit stellen - das alles bricht jetzt auf.

Und wie sehr KünstlerInnen um jeden Preis gesehen werden wollen - auch das zeigt sich in den vielen Internet- und Streamingportalen.

Ich als NICHT-Technikfan habe es in diesen Zeiten schwer. Aber vielleicht steckt auch da meine persönliche Chance - zu lernen welche technischen Mittel WIRKLICH helfen und vielleicht doch einen kleinen Teilfrieden damit zu schließen.

Was, für mich, auf jeden Fall nicht funktioniert sind die kostenlosen Videos aller KünstlerInnen - wirtschaftlich und auch mein Stolz ist hier angegriffen. Warum soll ich meine Arbeit kostenlos herschenken, wenn die Politik so auf uns und unseren Wert für die Gesellschaft vergisst? So bitte nicht.

Wir KünstlerInnen sollten trotzdem Krach machen, aber auf andere Weise. Ich werde jedenfalls nicht müde werden auf die Missstände hinzuweisen, auf Wertschätzung zu beharren und einen fairen Weg zu suchen.

Es gibt einen wunderbaren Spruch, den ich hier anhängen werde, weil einfach zu wahr und dann - auf baldigst bessere Zeiten...